Das Herzstück einer Bewerbung ist der Lebenslauf. Dieser ermöglicht dem Empfänger einen ersten Einblick in Ihren bisherigen Werdegang, absolvierte Lehrgänge und berufliche Erfahrungen. So kann bereits zu Beginn abgewogen werden, ob Sie der/die Richtige für den Job sind. Wie Sie einen Lebenslauf schreiben und gestalten, welche Arten es gibt, wie er aufgebaut sein sollte und Vieles mehr, erläutern wir Ihnen gerne.

Der Inhalt des Lebenslaufes

Der Inhalt eines Lebenslaufs ist kein Meisterwerk. Er teilt sich in fünf Blöcke auf, welche man Schritt für Schritt abarbeitet und beschreibt. So können Sie sich sicher sein, dass Sie die inhaltlichen Anforderungen erfüllen und der Personaler einen guten ersten Eindruck gewinnt. Verfassen Sie Ihren Lebenslauf mit dem Gedanken „So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig.“.

Die persönlichen Angaben

In dieser Kategorie erwähnen Sie Ihren Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Bei der Angabe der Telefonnummer sollten Sie darauf achten, dass Sie auch tagsüber erreichbar sind. Ihre Staatsangehörigkeit und Ihr Familienstand sind kein Muss, aber auch kein Fehler. Rechts neben Ihren persönlichen Angaben haben Sie Platz um ein Bewerbungsfoto anzufügen. Dies sollte eine gute Qualität haben und eine ausreichende Größe. Ein Bewerbungsfoto ist keine Pflicht, jedoch empfehlenswert, da es den Lebenslauf abrundet und die meisten Personaler die Erwartung haben. Entscheiden sie sich für ein Deckblatt in Ihrer Bewerbung, können Sie ihr Foto auch dort einfügen und auf dem Lebenslauf auslassen.

Der berufliche Werdegang

Diese Kategorie bildet den inhaltlichen Kern Ihres Lebenslaufs und zeigt Ihre beruflichen Erfahrungen. Ebenso können Sie die Möglichkeit nutzen und Angaben über Ihre Position in den einzelnen Berufen machen. So können Sie Aufgaben beschreiben, welche für die angestrebte Stelle von Nutzen sein können. Auch eine abgeschlossene Ausbildung, wird unter dieser Kategorie aufgeführt. Haben Sie eher wenig Berufserfahrung gesammelt, sollten Sie absolvierte Praktika mit angeben, vor allem wenn sie in dem angestrebten Bereich absolviert wurden. Ergänzen Sie den schulischen Werdegang durch Ihren erfolgreichen Abschluss. Wollen Sie Ihre Abschlussnoten erwähnen, müssen Sie dies nicht nur im schulischen Bereich, sondern auch bei Lehrgängen, Studiengängen, etc. erwähnen, um die Struktur beizubehalten. Die Stationen Ihres Werdegangs sollten Sie antichronologisch aufführen. Das heißt, die aktuellste Erfahrung/Station an erster Stelle, gefolgt von den vorherigen Erfahrungen.

Die besonderen Kenntnisse

Weitere Kenntnisse, wie Sprachkenntnisse oder Erfahrungen im Umgang mit Computerprogrammen, können Pluspunkte darstellen. Hier geben Sie an, wie gut Sie eine bestimmte Sprache beherrschen oder wie häufig Sie welche Computerprogramme nutzen. Bei absolvierten Weiterbildungen sollten die Inhalte konkret dargestellt werden, um dem Personaler einen guten Einblick verschaffen zu können. Ebenso können Sie erhaltene Auszeichnungen oder Zertifikate unter dieser Rubrik vermerken.

Interessen

Hier sollten Sie Interessen nennen, von denen sich eine zusätzliche Qualifikation für die angestrebte Stelle ableiten lässt. Ehrenämter oder durchgeführte Projekte sind hier an der richtigen Stelle. Auch Hobbys können unter dieser Rubrik aufgeführt werden. Nennen Sie jedoch keine gängigen Hobbys, die jeder Bewerber angibt.

Ort, Datum und Unterschrift

Eine Unterschrift auf dem Lebenslauf ist zwar nicht zwingend notwendig, jedoch auch nicht fehl am Platz. Mit einer Unterschrift unterstreichen Sie ihre Seriosität und bestätigen die Richtigkeit Ihrer Angaben. Die Angabe von Ort und Datum, sollten Sie jedoch nicht auslassen. Somit schließen Sie Ihren Lebenslauf ab.

Welche Arten von Lebensläufen gibt es und wie müssen diese aufgebaut sein?

Der tabellarische Lebenslauf

Die bekannteste Art ist der tabellarische Lebenslauf. Eine klassische Variante, die mit ihrer übersichtlichen Gestaltung überzeugt. Bei dieser Art verzichten Sie vollkommen auf ausformulierte Sätze und gliedern Ihren Werdegang stichpunktartig auf. Auf der linken Seite des Dokuments wird der Zeitraum, mit Monats- und Jahresangaben, der Erfahrung angegeben. Etwas weiter auf der rechten Seite, geben Sie die Stellenbezeichnung/Position, den Namen und den Standtort des Arbeitgebers oder der Schule an. Jede einzelne Rubrik unterteilen Sie mit einer kurzen und passenden Überschrift, um eine klare Struktur zu schaffen. Hier finden Sie Beispiele zum tabellarischen Lebenslauf.

Der ausführliche Lebenslauf

Dies ist eine weitere Variante einen Lebenslauf zu verfassen. Den ausführlichen Lebenslauf sollten Sie jedoch nur dann verfassen, wenn die Stellenausschreiben konkret danach verlangt. Dass Unternehmen nach einem ausführlichen Lebenslauf verlangen ist jedoch eher selten geworden. Diese Variante ist wesentlich unübersichtlicher als ein tabellarischer Lebenslauf.

Hier wird der Werdegang als Fließtext ausformuliert. Sie als Bewerber, erzählen somit Ihren Schul- und Berufsweg. Was leider schnell dazu führen kann, dass der Personaler den Überblick und somit leider auch das Interesse verliert. Sie sollten bei dieser Art ganz besonders auf die Formulierungen und Begründungen achten, da der ausführliche Lebenslauf oft verlangt wird, um die Sprachgewandtheit und die Persönlichkeit des Bewerbers, kennenzulernen. Hier finden Sie Beispiele zum ausführlichen Lebenslauf.

Der handschriftliche Lebenslauf

Auch diese Art von Lebenslauf wird heut zu Tage eher selten verlangt. Wie auch bei dem ausführlichen Lebenslauf, kann der Personaler Rückschlüsse aus dieser Art ziehen. Ihre Handschrift verrät mehr über Sie, als Sie vielleicht denken.

Bei der Erstellung eines handschriftlichen Lebenslaufs ist es wichtig, dass Sie diesen, ebenso wie den ausführlichen Lebenslauf, in „Aufsatzform“, erstellen. Eine Tabellarische Darstellung und stichpunktartige Aufzählung reicht hier nicht aus. Hier finden Sie Beispiele zum handschriftlichen Lebenslauf.

Die Länge des Lebenslaufs

Die Länge Ihres Lebenslaufs ist davon abhängig, was Sie bisher gemacht haben. Sind Sie Berufsanfänger, werden Sie kaum eine oder zwei DIN A4 Seiten überschreiten. Wenn Sie jedoch einige Weiterbildungen oder Jobwechsel hinter sich haben, ist es möglich drei DIN A4 Seiten zu erreichen. Jedoch sollten Sie darauf achten, drei DIN A4 Seiten nie zu überschreiten. Benötigen Sie mehr als eine DIN A4 Seite, nummerieren Sie die Seiten in der Fußnote. So könnte es den Eindruck erwecken, dass Sie sich nicht auf das Wesentliche konzentrieren und sich nicht fokussieren können. Ebenso möchte der Personaler keinen Roman lesen, sondern sich einen Überblick verschaffen können. Konzentrieren Sie sich also auf das Wesentliche und achten Sie auf die Länge des Lebenslaufs.

Wie gehen Sie mit Lücken im Lebenslauf um?

Lücken im Lebenslauf, sind keine Sünde. Unter einer Dauer von bis zu sechs Monaten, sind diese meist unproblematisch. Sollten Sie in Ihrem Lebenslauf Lücken aufweisen, kann es dem Personaler auch einen Blick über den Tellerrand hinaus ermöglichen. Oft spricht eine Lücke für Mut und neu eingeschlagene Wege. Sollten Sie sich arbeitssuchend gemeldet haben, geben Sie das auch genau so an. In den meisten Fällen dieser Zeit, absolviert man Kurse und eignet sich neues Fachwissen an. So können Sie den neuen Arbeitgeber von Ihren evtl. neugewonnenen Erfahrungen überzeugen. Wenn Sie Elternzeit in Anspruch genommen haben, bleibt es Ihnen überlassen, diese in Ihrem Lebenslauf kenntlich zu machen. Ebenso eine abgebrochene Ausbildung oder ein abgebrochenes Studium ist keine Schande. Führen Sie dies in Ihrem Lebenslauf auf. Sie sollten sich jedoch auf die Frage bei einem möglichen Vorstellungsgespräch gefasst machen und eine gute Antwort parat haben. Lücken im Lebenslauf sind somit kein K.O.-Kriterium, solange Sie diese gut begründen können und ehrlich sind. Also, Mut zur Lücke! Wie Sie Lücken in Ihren Lebenslauf am besten einfügen, sehen Sie an folgenden Beispielen.

Wie überzeugen Sie mit Ihrem Lebenslauf?

Genau so wie das Bewerbungsschreiben, müssen Sie auch den Lebenslauf teilweise auf jeden möglichen Arbeitgeber anpassen. Orientieren Sie sich an der Stellenanzeige und filtern Sie heraus, was sich der Arbeitgeber wünscht. Nach der Abwägung fällt es Ihnen leichter nur Informationen, die für das jeweilige Unternehmen bedeutsam sind, in den Lebenslauf zu integrieren. Hier mag beispielsweise der Kochkurs vor fünf Jahren eine tolle Erfahrung für Sie gewesen sein, dieser ist jedoch bei einer Bewerbung in der Verwaltung unrelevant. Verfassen Sie Ihren Lebenslauf fehlerfrei und punkten Sie mit Übersichtlichkeit. Ebenso kann Ihnen ein ansprechendes Design helfen sich besser zu präsentieren.

Das Design Ihres Lebenslaufes

Nicht nur der Inhalt, sondern auch der äußere Eindruck ist wichtig. Die optische Gestaltung sollten Sie somit nicht außer Acht lassen. Wählen Sie für Ihren Lebenslauf eine gut lesbare Schriftart und Schriftgröße. Bei der Schriftgröße ist 11 oder 12 Punkt üblich und stellt die meisten Schriftarten gut leserlich dar.

Die einzelnen Rubriken sollten Sie mit Überschriften, welche optisch hervorgehoben werden, unterteilen. Hier genügt es, wenn Sie die Überschrift um ein Punkt vergrößern und fett hervorheben. Auch die Abstände sollten gleich sein und derselben Struktur folgen.

Wichtig bei der Gestaltung eines Lebenslaufs, dass die wesentlichen Informationen, nie unter dem Layout leiden oder gar untergehen. Möchten Sie etwas Farbe ins Spiel bringen ist dies kein Problem, wählen Sie jedoch dezente Farben, die nicht ablenken. Auch die angestrebte Stelle, spielt bei der Gestaltung eine Rolle. Wägen Sie also ab, welches Design zur Stelle passt.

Als letzter und mit wichtigster Punkt, sollten Sie auf das Gesamtbild Ihrer Bewerbung achten. Beim Lebenslauf, Anschreiben und Deckblatt sollten jeweils dieselbe Schriftart und Schriftgröße, Abstände und Seitenränder, verwendet werden. Auch die verwendeten Farben sollten Sie aufeinander abstimmen.

Werfen Sie also zum Abschluss noch einen genauen Blick auf Ihren Lebenslauf und achten Sie auf das optische Erscheinen und die Übersichtlichkeit Ihrer Bewerbung.

Hier finden Sie Vorlagen, um das richtige Design für Ihren Lebenslauf zu finden.

Tipps und Tricks

Da der Lebenslauf einen ersten Einblick verschafft, ist es um so wichtiger sich genaue Gedanken darüber zu machen. Vermitteln die Unterlagen den falschen Eindruck, kann es passieren, dass Sie sich eine Chance auf ein persönliches Gespräch „verbauen“. Wichtig ist zunächst, dass Ihr Lebenslauf an der richtigen Stelle der Bewerbung eingefügt wird. An erster Stelle ist das Deckblatt, gefolgt vom Anschreiben. Erst dann fügen Sie den Lebenslauf hinzu. Nach dem Lebenslauf gehören die Zeugnisse, Bescheinigungen und Zertifikate.

Auf das sollten Sie achten, um Fehler zu vermeiden:

  • Lebenslauf und Anschreiben sind inhaltlich sowie optisch stimmig.
  • Der Lebenslauf ist übersichtlich strukturiert.
  • Lückenloser Werdegang.
  • Inhaltlich auf die wichtigsten Informationen konzentriert.
  • Antichronologischer Aufbau im Lebenslauf.
  • Realistische Darlegung der Kenntnisse.

Das sollten Sie vermeiden:

  • Falsche Angaben
  • Drei Seiten überschritten
  • Lebenslauf nicht übersichtlich
  • Mehr als zwei verschiedene Schriftarten verwendet
  • Irrelevante Hobbys aufgelistet
  • Doppelte Angaben
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